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Heureka...

Aktualisiert: 28. Dez. 2019

…(Ich hab's gefunden!) rief vor Jahrhunderten Archimedes - und vor wenigen Tagen Haeggar. Er hatte von der Schule den Auftrag bekommen, etwas zu entwickeln, womit man den Lernstand der Schülerinnen und Schüler erfassen und übersichtlich gestalten kann.




 

Art und Weise, Form und Medium waren völlig frei – ihm schwebte aber sofort eine Excel-Lösung vor. Gut gedacht ist halb gemacht – und schon kopierte er Kompetenzen vom Lehrplan 21, setzte hier einen Code, fügte dort eine Formel ein, verlinkte Zellen registerübergreifend, filterte leere Zeilen raus. Damit die Klassen- und Einzelübersicht auch ihren Namen verdient, wollte er die Felder je nach Inhalt mit den Ampelfarben kolorieren. Und wie häufig war Bequemlichkeit der Schlüssel für Rafinesse. Haeggar versuchte mittels Formeln die Zellenfarbe vom Inhalt abhängig zu machen – vergeblich. „Denken ist zwar das krassere Googeln“ – aber oftmals hilft der Blick ins Netz schon weiter. In einem der unzähligen Foren entdeckte er dann das für ihn noch neue aber zielführende Stichwort „bedingte Formatierung“. Und nach ein paar Versuchen strahlte die Liste in allen Ampelfarben und das Gesicht von Haeggar wie ein Honigkuchenpferd! Er hatte es geschafft!


Wenn man diese (wahre) Kurzgeschichte lernpsychologisch aufdröselt, dann findet man einige typische Elemente:

- Haeggar war vom Auftrag überzeugt und von der selber gewählten Lösungsvariante begeistert (also intrinsisch motiviert). Deshalb hat er auch viel Energie und Ausdauer ins Projekt gesteckt. Die Zeit verging wie im Fluge (flow).

- Obwohl er nicht auf Anhieb für alles eine Lösung hatte, gab er nicht auf. Seine Selbstwirksamkeitserwartung war gross. Er glaubte jederzeit daran, dass er das schaffen wird.

- Er hat etwas dazugelernt. Und das war das Entscheidende. Er hatte schon Vorwissen in Excel und Programmierung. Und an diesem Haken blieb das Stichwort beim Surfen hängen.

- Haeggar liebt Herausforderungen, die durch logisch denken gelöst werden können. Dieser Auftrag passte demnach gut zu seinen Stärken und Interessen. Es hat ihm Spass gemacht.

- Die einen stöhnen auf, wenn sie nur schon das Wort Excel hören. Die anderen können ein Grinsen nur mit Not vermeiden, wenn sie von diesem Miniproblem lesen. Lernerfolg ist aber individuell und misst sich am Unterschied zwischen vorher und nachher.

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